winmail.dat verhindern

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Wie uns EDV-Geschichte hilft Probleme zu verstehen.

Ich habe manchmal das Gefühl, das Problem mit der Winmail.dat ist so alt wie der erste Mail-Client von Microsoft. Und damit habe ich gar nicht unrecht.

Aber worum geht es und was ist winmail.dat?

Ein wenig Geschichtsunterricht

Mails waren früher, als noch alles gut und einfach war, eine reine Textnachricht, in etwa so wie heute eine reine SMS.

Reine Textformate sind noch relativ einfach in Ihrem Aufbau. Sie hatten und haben meist nur Probleme in der Darstellung des Zeichensatzes. Aber auf ASCII Code und Codepages will ich aber hier nicht weiter eingehen.

Wer jedoch mehr Informationen als nur reinen Text erstellen, bearbeiten und speichern möchte, braucht mehr als nur einen Zeichensatz. Farbe, Größe, verschieden Zeichensätze oder gar Bilder brauchen andere Formate.

Microsoft hat neben seinem .doc Format welches wir aus der Anwendung Word kennen, bereits 1987 ein weiteres Austauschformat für Texte eingeführt. Es sollte möglichst nahe am reinen Text sein, dennoch auch eine Formatierung zulassen.

Das Rich Text Format (RTF), welches das Programm Wordpad per default verwendete, aber auch von Apple von TextEdit verwendet wurde, kam einem einfachen Austauschformat für Texte schon sehr nahe.

Kein Wunder, dass Micosoft dieses Format auch in den ab Ender der 80er Jahre aufkomenden Mail-Programme verwendete.

Leider hat das properitäre RTF in den kommenen Jahrzehnten wenig überzeugen können. Apple setzte z.B. nur auf die einfachsten Funktionen und führte für z.B. eingebundene Grafiken eine eigene Erweiterung RTFD ein.

zurück in die Zukunft

Mit dieser kleinen Geschichtsstunde möchte ich aufzeigen, dass so manches Problem mit dem wir heute konfrontiert werden seine Ursprünge in einer der Vergangenheit hat.

Aber nun zur Zukunft. Was ist nun winmail.dat, wann passiert das und was können wir tun?

Wenn wir heute ein Mail schreiben, dann ist es für uns selbstverständlich dass wir den Text formatieren können, Bilder einfügen und vor allem auch eine Datei anhängen können.

Aber … E-Mail ist noch immer ein rein textbasierendes Format. Wie kommen also die bunten Bilder, Filmchen etc. in die Mail und vor allem beim Empfänger an?

Mail ist noch immer nur Text

Dazu wird die Mail in zwei Bereiche aufgeteilt. Einen Header der grob gesagt die Zustellinformationen enthält, und einem Body. Der Body, der eigentliche Inhalt, untergliedert sich wieder logisch in die Text-Information, einer Signatur und dem Anhang (Attachement).

Im Body finden wir auch die Fomatierungen wieder, welche wir bei der Mail angewandt haben.

Und hier schlägt das RTF-Format zu. In unserem E-Mail Client Outlook können wir noch heute das RTF-Format zur Formatierung auswählen. Das scheint auf den ersten Blick nicht falsch. Es ist schlank und bietet einige brauchbare Formatierungsoptionen.

Aber wenn wir eine Mail mit RTF formatieren, sendet unser Mail-Client auch in einem anderen Format als mit standardisierten „Header und Body“. Es wirft einfach gesagt die klare Ordnung in der Mail durcheinander. Das Attachement wird nicht mehr ganz konform nur am Ende der Mail transportiert.

Auch pure Microsoft Umgebnungen sind betroffen

Nun mag man sich denken, das wäre kein Problem wenn Sender und Empfänger doch ohnehin Outlook oder gar einen Exchange Server verwenden.

Dabei wird die Rechnung aber ohne den Wirt, in diesem Fall die transportierenden Systeme gemacht. Ob das nun ein Mailserver ist der als Relay zwischen Absender und Empfänger ist oder auch ein Anti-Spam-System irgendwo im Transportweg.
Irgendwo läuft man Gefahr, dass die Mail von einem System nach „Schema- F“ also dem heute geläufigen Standard gelesen und verabeitet wird. Und plötzlich wird alles dass was nicht mehr als reiner Body der Mail erkennbar ist, ganz nach hinten geschoben und landet als winmail.dat als Anhang der Mail beim Empfänger. Dabei kann es sich um ein ursprüngliches Attachement aber auch z.B. um eine umfangreiche Signatur handeln.

Outlook konfigurieren reicht nicht

Wie lösen wir nun ein solches Problem. Lange Zeit habe auch ich schon monoton darauf geantwortet „sendet keine Mails im Rich-Text-Format und nutzt als Standardformat Text oder HTML“
Natürlich haben wir auch im Outlook als Standardformat für das Senden von Mails Text oder HTML konfiguriert.

Geholfen hat das nicht wirklich und das lag nicht unbedingt an den Usern. Auch wenn man beobachten konnte dass es bei dem einen User zu winmail.dat kommt beim Kollegen gegenüber aber nicht, und das beim gleichen Empfänger.

er war stehts bemüht …

Outlook ist stehts bemüht, uns im besten Licht dastehen zu lassen. Dazu zählt auch dass es sich per default einfach auf die Sprache des Gegenüber einstellt. Wenn wir eine Mail in einem Text-Format erhalten, so ist die Antwort automatisch zunächst auch im Text-Format. Gleiches gilt auch für HTML und natürlich RTF. So manches RTF-winmail.dat-Problem wurde schon bei dem User erzeugt, der später eine winmail.dat als Antwort auf seine Mail erhielt. Wer RTF sendet, bekommt auch RTF als Antwort, unabhängig vom eingestellten Standarformat in Outlook.

Damit aber nicht genug, in seinen tiefen Speichermöglichkeiten merkt sich Outlook auch noch solche Besonderheiten und sendet so einem Empfänger, der uns einmal RTF gesandt hat oder den wir schon mit RTF beglückt hatten seine „Vorliebe“ und schon haben wir wieder eine winmail.dat.

Das Problem zentral lösen

Als Administrator gehen wir jetzt, da wir das Problem erkannt haben, an einer zentralen Stelle dagegen vor: Dem Mailserver.

Im Exchange Online, dem bevorzugten Mailsytem meiner Wahl, können wir dies recht einfach über die Web-GUI einstellen.
In den anderen Versionen ist es entweder ähnlich (Exchange 2016 / 2019) oder per PowerShell zu konfigurieren.

Wir verändern dazu einfach den Sendeconnetor und definieren für die Remote-Domänen, dass wir kein Richt-Text-Format zulassen. In der Regel ist nur ein „Default“ für alle Remote-Domänen definiert. Wer hier für verschiedene Empfangsdomänen unterschiedliche Remotedomänen definiert hat, muss dies entsprechend auch dort anpassen.

Mit der Auswahl „Rich-Text-Format verwenden“ „Nie“ sind wir das Problem mit den winmail.dat in diese Umgebung los.

Da der Exchange mit Outlook „spricht“ wird die Einstellung in den Client übernommen. Es ist gewissermaßen die abolute Anordnung keine Mails im Richt-Text-Format erstellen zu können.





Über Michael

High-Tech-Junkie
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Eine Antwort auf winmail.dat verhindern

  1. thomas sagt:

    top – endlich mal die finale Lösung, nachdem ich mich seit Monaten mit diesem Problem rumärgere – vielen Dank!

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